Im Märchenland

Ich bin noch da

Ich habe lange nichts mehr hier geschrieben, nicht mehr, nachdem ich mich getrennt habe, dabei ist viel passiert seitdem. Ich habe mich verändert, in meinen eigenen Augen ist das etwas positives, ich mache wieder mehr, gehe raus, nehme am Leben Teil, aber scheinbar sollte ich das nicht mehr posten, nicht in meinen Status setzen um zu zeigen, dass ich spaß habe, obwohl ich krank bin. Ich sage Freunden oft ab, muss auch einem Freund für heute absagen, obwohl wir in ein Grusellabyrinth wollten, aber mir geht es nicht gut. Letztes Wochenende war ich im Stadion, das hätte ich scheinbar nicht gedurft, so scheint es jedenfalls der ein oder andere von meinen „Freunden“ zu denken. Das tut weh, das macht mich nachdenklich. Ich sage den Leuten nie gerne ab, es gab Zeiten, da hätte ich mich überall hin gequält, ganz egal was ich hatte, ich hätte es irgendwie durchgezogen, aber ich musste lernen, dass mir das nur schadet und ich bin sehr sehr froh, dass ich heute Freunde habe, die mir gezeigt haben, dass es auch anders geht, dass es in Ordnung ist, wenn ich mal absagen muss. Ich verstehe, dass die Leute enttäuscht sind, wenn ich absage, dass sie traurig sind, wenn sie dann sehen, dass ich paar Wochen später etwas großes mache. Das mache ich aber nicht, um irgendjemanden zu ärgern, auszuschließen oder so, sondern weil es eben mein Leben ist. Ich bin gerne unterwegs, ich hoffe, dass ich noch viele Jahre auf Konzerte, ins Stadion oder andere Dinge machen kann, wo ich dann Freunde sehe. Aber ich werde nicht in den sozialen Medien anfangen zu schreiben, wie oft ich Absage. Man sieht auf Facebook & Co so viel schlechtes, ich möchte lieber gute Laune verbreiten. Wer mich kennt weiß eigentlich, dass ich meinen Freunden nicht gern absage, dass es mir immer leid tut und ich dann alleine hier sitze, traurig bin und mich oft einsam fühle. In den letzten zwei Jahren hat sich auch das ein bisschen verändert. Ich bin weniger auf andere angewiesen, ich kümmere mich sehr viel mehr um mich selbst und ich bin wirklich zufrieden damit, wie es läuft. Ich war dieses Jahr auf drei Festivals und noch ein paar Konzerten, naja, ich musste auch ein Konzert wegen Krankheit absagen, aber das ist unwichtig, es zählen die Dinge, die ich gemacht habe, der Spaß der ich hatte und nicht die Tage, in denen es mir nicht gut geht. Wieso sollte ich immer auf das Schlechte zurückblicken, wenn ich doch so viele tolle und glückliche Tage hatte? Wieso mich darüber ärgern, was ich nicht getan habe, wenn ich doch so viele Dinge gemacht habe, die mich glücklich machen? Ich war mit einer Freundin auf Wacken und es war so unglaublich toll. Ich habe dort so viele Dinge zum ersten Mal getan und ausprobiert und ganz wunderbare Menschen kennen gelernt. Freunde von ihr und online Bekanntschaften von mir.

Wer also glaubt, dass ich, als chronisch kranker Mensch nicht rausgehen sollte, mich verkriechen sollte, weil ich ja krank werden könnte im Stadion oder auf Konzerten, möge doch bitte selbst das Haus nicht mehr verlassen, er könnte draußen von einem Auto überfahren werden.

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