Im Märchenland

Mariannah

Ein uralter Text zu meinem Rollenspiel Char, einem fiesen, depressivem Schwarzen Engel. Den Text habe ich ein wenig umgeschrieben..

Langsam läuft sie über den Platz, es ist so leer hier, es ist vorbei. Wieder hat sie einen Mann vergrault, aus ihrem Leben geworden und warum? Weil sie ihre Freiheit nicht aufgeben kann, weil sie egoistisch ist und sich nicht ändern kann, für niemanden.
Sie hatte es versucht, wieder und wieder. Hatte versucht die eigene Natur zu unterdrücken, sich selbst zu unterdrücken. Hat versucht Nett zu sein, bis sie selbst daran zu zerbrechen drohte.

Am Brunnen lässt der Engel sich zu Boden sinken, die schwarzen Schwingen berühren den Staub des Dorfplatzes, doch das stört sie nicht. Wen würde schon interessieren, ob ihre Schwingen von Staub bedeckt sind? Wohl niemanden. Sanft lächelnd betrachtet sie die kleine Blume, ihre Blume. Ihr Herz. Es ist Jahre her, seit sie ihr Herz gegeben hat, Jahre, seit sie sich verliebt hat, und doch ist sie gescheitert, als sie ihn endlich hätte haben können. Ist gegangen, und hat sich selbst das Herz heraus gerissen. Weil sie nicht zusehen will, wie es langsam kaputt geht, an ihr kaputt geht, weil sie nicht genug geben konnte.

Sacht berühren ihre Finger die Blume, jene Pflanze, die für den Moment steht, wo sie ihr Herz verloren hat, wo sie sich selbst den größten Schmerz zugefügt hat, weil sie keinen anderen Weg gesehen hat. Die Augen sind geschwollen, die Lippen spröde, tief sitzt die Trauer, die sie nicht in Worte zu fassen weiß. Sie würde ihm so gerne sagen, wie sehr sie ihn liebt, wie schwer es ihr gefallen ist, wie schwer es für sie bleiben wird. Aber sie kann es nicht, weil sich ihre Entscheidung nicht ändern wird. Später vielleicht, irgendwann einmal, aber dann würde es zu spät sein, dann würde ihre Entscheidung sich nicht ändern lassen, nicht so wie dieses Mal. Denn, als sie gegangen ist, als nicht seine Worte sie abzuhalten versuchten, sondern die eines anderen Menschens, war es unwiderruflich zu spät.
Fast lächelnd starrt sie die Blume an, die Blume, die für jedes ihrer Gefühle steht, jedes Gefühl, dass der dunkle Engel unterdrückt
Langsam erhebt sie sich, stolz lässt sie den Blick schweifen, es würde wie immer weiter gehen. Wie immer würden alle die Starke sehen.
Und so würde sie nun vom Platz gehen.

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