Im Märchenland

Wir verteilen Frösche…

Wo fängt man am besten an, wenn ein ganzer Tag scheiße ist?
In der Regel gar nicht! Aber man könnte auch beim heutigen Morgen anfangen, als ich mein Bett verlassen musste. Der Wecker ist fast ein genauso großes Arschloch, wie die Person, auf die ich evtl später nochmal näher eingehen werde, wenn meine Zeit mir wertlos genug ist.
Also… Wo sind wir stehen geblieben? Genau, beim aufstehen. Ist doch jeden Tag das selbe. Wenn man länger schlafen will, klingelt der Wecker und kann man mal einen Tag ausschlafen wird man von Vögeln oder anderen nicht beeinflussbaren Dingen wach gehalten. Ohne Frühstück ist es echt bescheiden, wenn man 1 ½ Stunden beim Tierarzt hocken darf, nur um eine blöde Kontrolluntersuchung durchführen zu lassen. *ARGH* Hätte ich nicht noch dazu einen Termin um 1300 gehabt, wäre evtl. ein etwas späteres Frühstück drin gewesen. Aber was tut man nicht alles fürs Ehrenamt?

Fazit des Tages bis dahin: Wär ich mal im Bett geblieben. Wegen der langen Wartezeit beim Tierarzt und dem unpassenden Termin wurde das Frühstück also fürs erste gestrichen. Prima. Naja, wenn man versucht es positiv zu sehen, dann steht eine niedrige Kalorienaufnahme doch eigentlich schonmal ganz oben für eine schlanke Taille… Nunja… Trotzdem ätzend, wenn man einen schwachen Kreislauf hat.

Weiter im Text. Wo waren wir? Achja… Termin in der dortmunder Innenstadt. Von da aus weiter ins Piercingstudio. Nicht nur, weil ich da eh in der Nähe war, sondern weil ich dort ohnehin eine Verabredung hatte um einerseits meinen Fimmel nach Körperschmuck zu befriedigen und andererseits war es eine Haltestelle zum nächsten Termin. Namru und ich wollten herausfinden, was mit einem guten Bekannten von uns los ist, der eigentlich versprochen hatte zu helfen und sich seit einer Woche noch nicht mal gemeldet hatte um zu sagen, dass er sein Versprechen nicht einhalten kann. Man kennt ja die Arbeit im Dienstleistungsgewerbe… Man kommt selten wirklich pünktlich weg und so kam es wie es kommen musste und anstatt gegen 1400 oder so, kamen wir erst um 1600 weg um uns auf den Weg in ein 150km entferntes Kaff hinter Paderborn zu kommen.
ABER…!!! Ganz großes „aber“… bevor ich es vergesse zu erwähnen. Erstmal gab es im Studio noch den Schokoladenkuchen von Jonah. Sehr lecker und vorerst ein positiver Wendepunkt des Tages, der diesen relativ vielversprechend werden ließ. Mit veganem Schokoladenkuchen im Bauch ging es frisch gestärkt auf die Bahn. Ein Stück Kuchen ersetzt kein Frühstück und somit war der Plan während der Fahrt eine Pause zu machen um dies erstmal nachzuholen. Dazu sind wir dann abgelenkt von einem netten Gespräch und dem Drang alles zu klären, nicht gekommen.

Am Ziel angekommen war eine massive Spannung in der Luft definitiv nicht mehr zu ignorieren. Schon scheiße, wenn man blöde Vermutungen hat und trotzdem noch einen Funken Hoffnung besitzt, dass sich alles klärt.
Worst Case: Die Person öffnet die Tür, stellt sich auf stur, Namru flippt aus und die Situation eskaliert.
Best Case: Die Person öffnet die Tür, erklärt die Situation, entschuldigt sich und alles wird gut.
Was passiert ist: Wir stehen vor der Tür, klingeln, niemand macht auf. Wir klingelnnochmal und sehen eine Person am Fenster vorbei gehen. Wir klingeln ein drittes mal und die Mutter macht auf, die uns ziemlich gleichgültig erklärte, dass ihr Sohn wohl nicht da sei. Auf den Hinweis, dass das Auto vor der Tür stand, hieß es, dass sie das nicht so einnorden könne und sonst nichts tun könne. Mehr als einmal zaghaft an die Tür zu klopfen und seinen Namen eher zurückhaltend zu rufen hat sie jedoch nicht unternommen. Sie würde sich ja nicht dazwischen drängen, da er ja ein „erwachsener Mensch“ sei. Wir gingen also ums Haus herum an sein Zimmerfenster und klopften sebst an. Keine Reaktion. Frau Mama war derweil damit beschäftigt im Garten die Blumen zu gießen.
So leicht lässt man sich ja nicht ins Boxhorn jagen und so wurde dann erstmal die Nummer der Firma gewählt. Den Vater am Apparat gehabt, der einem versichert, dass der Typ definitiv zu Hause sein müsste und seine Frau uns doch da sei um uns rein zu lassen, damit wir auf den Sohnemann warten könnten. Ihm erklärt, dass dies wohl nicht die Meinung der Mutter sei und beendet war das Gespräch. Der Vater scheint zumindest vernünftiger zu sein. Evtl. erleichtert er uns das Vorhaben. So saßen wir also noch eine Weile im Auto und planten, wie wir weiter vorgehen würden, als irgendwann ein Bulli der Firma in die Straße einbog. Es war der Vater. Mit dem sicheren Gefühl, dass er seinen Sohn bestimmt den Kopf zurechtrücken würde, machten wir uns erstmal auf den Weg ins Nachbardorf um eine gemeinsame Bekannte zu besuchen, der ich ohnehin etwas vorbei bringen musste. Wenn man denn schon gerade in der Nähe ist… …

Bei dieser Bekannten angekommen ruhten wir uns dann erstmal etwas von der ganzen Aufregung aus. Etwas Cola, lästern, Missverständnisse klären, gemütlich klönen… Würden wir sie nicht kennen, dann wäre das schon eine ziemlich miese Aktion gewesen, die es nötig gemacht hätte sofort wieder den Heimweg anzutreten. Natürlich ohne Frühstück. Wir kamen dann irgendwann zu der Feststellung, dass dieser Sturkopf definitiv professionelle Hilfe benötigt. Die supersüßen Babykatzen vor Ort haben uns sehr gut abgelenkt. Was für niedliche Geschöpfe das doch waren. **schmacht** Das ist Seelenbalsam Deluxe, das glaubt ihr nicht.
Jaaa… Irgendwann bewegten wir uns dann endlich gen Frühstück. Zu dem Zeitpunkt war es jedoch schon 2000. Kann man das da noch Frühstück nennen? Drauf geschissen. Es war meine erste ernstzunehmende Mahlzeit an diesem Tag, also nenn ich das jetzt einfach Frühstück. SO! Arschlecken.
Mäckes ist zwar auch nicht das gelbe vom Ei, aber besser als nichts. Außerdem gab es dazu noch diese lustigen Gläser. Das angeblich blaue Glas sieht zwar mehr türkis aus, aber was solls. Mein Bruder hat dezent darauf hingewiesen und gut ist.
Darf ich dazu erwähnen, dass anscheinend alle aus der Gegend wie die Henker fahren? Konnten wir ja sehr gut beobachten, als wir die Strecke mit 2 Autos gefahren sind und eben jene Bekannte die Vorhut bildete.
Danach, ernsthaft gestärkt und fast schon überfressen starteten wir den zweiten Versuch. Nach dem zweiten klingeln öffnete also erneut die Frau Mama, die uns diesmal erklärte, dass er heute Mittag zwar zu Hause war um ihr die Einkäufe rein zu tragen, sie uns aber nicht mehr dazu sagen könne, was mit ihrem Sohn ist. Wir erklärten ihr, dass wir vom Sohn nun schon eine Woche lang nichts mehr gehört haben und uns nunmal Sorgen machen und bestimmt nicht aus Spaß an der Freude einfach so eine lange Strecke auf uns genommen haben. Das schien sie aber immernoch nicht wirklich davon zu überzeugen, dass es uns wirklich ernst war. Ich überredete sie also sehr schnell dazu, dass sie doch mal Namru klopfen lassen soll, in der Hoffnung, dass er dann auf macht und wir reden können. Jaaaaaaa… Das Klopfen war dann doch eher ein „zärtlicher“ Versuch die Tür mit der Faust außeinander zu nehmen. Ich war primär damit beschäftigt die Mutter zu beruhigen, während Namru ihrem Frust verbal freien Lauf ließ und der Tür erklärte, dass er auch schon mehrfach plötzlich bei ihr vor der Tür stand, wenn es ihr nicht so gut ginge und dass sie ihm so feste in die Kronjuwelen treten wird, bis diese ihm zu den Ohren rausquellen. Das war dann wohl für die Mutter zu viel und bevor sie unseren „Freund und Helfer“ ruft habe ich Namru erstmal aus dem Haus bugsiert. Während wir also eher angepisst und verdammt wütend und zugleich ratlos und frustriert vor dem Haus standen, wurden demonstrativ die Fenster geschlossen und die Rollos herab gelassen. Angepisst und wütend sind eigentlich noch viel zu milde Begriffe für das, was wir empfanden, aber etwas anderes fällt mir im Moment nicht ein. Also hieß es dann wohl, dass wir mit leeren Händen nach Hause fahren würden und das am besten sofort.

Jetzt fragt ihr euch bestimmt, wie es dazu kam, dass wir „Frösche verteilen“? Die Erklärung ist ganz einfach: Wir nahmen einen der Windowcolour-Frösche aus dem Froschmobil und Namru pappte diesen an das Zimmerfenster von ihm, um zu signalisieren, dass wir wirklich da waren und damit stand fest, dass nun jeder einen Frosch von mir erhält, der mir ans Bein gepisst hat.

Was lernen wir daraus? Verlasse dich nicht auf andere. Wenn man ein Versprechen nicht einlösen kann, dann ist es doch keine Schande, wenn man zugibt, dass man das Versprechen nicht im gewünschten Zeitraum erfüllen kann. Stattdessen meldet man sich einfach nicht mehr, obwohl das ganze schon längst gelaufen sein sollte. Das ist unzuverlässigkeit auf höchster Ebene und noch dazu bekommt man das Gefühl, dass diese Person einem mit absicht Schaden zufügen will.

Den Heimweg brachten wir in mörderischer Stimmung fast im Rekordtempo hinter uns. Trotz einer Pinkelpause haben wir die Ankuftsvorhersage des Navis überholt.

Zum krönenden Abschluss des Tages hatten wir noch eine Begegnung der dritten Art mit einem anderen Autofahrer. Verfluchte scheiße, wir sind ja nicht paranoid, aber es ist schon unheimlich, wenn vor dir ein Auto fährt, das generell 5-10 km/h langsamer fährt als zulässige Höchtgeschwindigkeit (bzw. 60 km/h bei erlaubten 100) fährt, erst dann blinkt, wenn man selbst signalisiert abzubiegen und weiterhin vor einem bleibt. An einer Ampel dann abgehängt fühlten wir uns wieder halbwegs sicher, aber warum wird das verfluchte Auto immer langsamer, während es unser Sichtfeld verlässt? Sehr verwirrend. Wir haben dann nochmal eben gestoppt um Zigaretten und Getränke zu kaufen, als Namru bemerkte, dass eben jenes Auto in Gegenrichtung an uns vorbei fuhr. WTF?! Was wird denn das wenns fertig ist? Schnell zurück ins Froschmobil und eine andere Strecke weiter gefahren. Endlich angekommen.

Jetzt liegen wir mit den Terroristen auf dem Sofa. Der Entschluss steht fest. Sowas lassen wir nicht mit uns machen. Wir werden unsere Konsequenzen daraus ziehen.

Gute Nacht Welt. Morgen wird mich wieder das Arschloch vom Dienst wecken. Erinnert ihr euch noch daran, wer das ist? RÖCHTÖÖCH…!!! Mein Wecker. Klingt komisch, ist aber so.

Demnächst werden also Frösche verteilt.

(Anm. der Redaktion: Wer sich über den Schreibstil wundert, kann jetzt getrost Luft holen. Dieses Resumee des Tages hat Namru in meinem Namen geschrieben, während ich mir Schmuseeinheiten von deren Katern holte. Irgendwer muss das ja tun, wenn jemand ganz spezielles sich nicht dazu bereit erklären möchte.)

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